X Freunde

Alexander Jaschik, Evamaria Salcher, Niko Eleftheriadis. Foto: Claudia Irro

X Freunde“ von Felicia Zeller

Premiere: 19.3.14, Theater Rampe

Regie: Marie Bues, Ausstattung: Claudia Irro, Dramaturgie: Martina Grohmann, Choreografie: Miriam Horwitz, Musik: Max Braun

Mit: Evamaria Salcher, Niko Eleftheriadis, Alexander Jaschik

http://theaterrampe.de/stuecke/x-freunde-2/?show=all

Die Welt der Kreativen ist verheißungsvoll. Nichts weniger als die Einheit von Leben und Arbeit verspricht sie. Bereit sein ist alles. Das gilt für den Künstler genau wie für die Unternehmensberaterin und den Koch. Die drei sind in Bestform: Bildhauer Peter Pilz’ letzte Skulptur in seiner Serie „X-Freunde“ wird auf dem Kunstmarkt bereits hoch gehandelt – und das noch vor ihrer Entstehung. Anne Holz macht Schluss mit allen Abhängigkeiten und Arbeitnehmerfrustrationen. Mit „Private Aid“, ihrer eigene Agentur, macht sie sich selbstständig. Ihr Ehemann, der ehemalige Erfolgscaterer Holger Holz lässt sich vom unternehmerischen Scheitern keineswegs aus dem Tritt bringen. Er bemüht sich mit aller Kraft um die Rettung seines Beziehungslebens. Aber kein Stress, wenn der Druck für die „Generation Beißschiene“ langsam an die Substanz geht, hilft: Neustart, Biertrinken, Urlaub … Felicia Zellers Text ist Workout und sprachliches Multitasking. Mit bösem Witz arbeitet sie sich an den Selbstverwirklichungsstrategien jener ab, die aus ihrem Leben ein Projekt gemacht haben.

 

Nikolaos Eleftheriadis. Foto: Andreas ZaunerPresse:

http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=9290:x-freunde-marie-bues-setzt-mit-felicia-zellers-erfolgsstueck-am-theater-rampe-in-stuttgart-auch-das-publikum-unter-druck&catid=38:die-nachtkritik&Itemid=40

„Interessanter als das Stück ist an diesem Abend die Inszenierung. Die Regisseurin Marie Bues, seit dieser Spielzeit Rampe-Intendantin, rückt den Zuschauern auf den Leib. Sie werden von Anfang an subtil in den Stress der Protagonisten mit hineingezogen. Zunächst durch die zwangsverordnete Beschäftigung mit der im Grunde genommen überflüssigen Technik, zu der man auch im realen Leben nicht nur in der Arbeitswelt mehr und mehr gezwungen wird. Dann durch die Suche eines geeigneten Platzes im Zuschauerraum, denn keineswegs wird auf einer Bühne gespielt – vielmehr stehen die Stühle locker verteilt im Raum, und die Schauspieler agieren mitten im Publikum. Welchen Platz wähle ich jetzt, wenn ich der grellen Scheinwerferbeleuchtung entgehen will?

Nein, entspannt zurücklehnen kann sich niemand an diesem unruhigen Abend, an dem man zuweilen glaubt, einem Meeting beizusitzen. Und auch der Kopfhörer-Zwang ergibt in diesem Konzept seinen Sinn: So sind die Stimmen stets aufdringlich nah im Ohr, man kann ihnen nicht entfliehen.

Bues verfolgt keine Comedisierung des Textes, was vielleicht einfacher wäre. Stattdessen nimmt sie ihn ernst als eine Art absurdes Theater, das von der Sinnfreiheit der Welt und orientierungslosen Menschen spricht.“ Verena Grosskreutz, Nachtkritik.de

„Eine „grandiose Spielwiese“ habe Marie Bues bereitgestellt, so Armin Friedl in den Stuttgarter Nachrichten (21.3.2014). „Eine Lösung, eine Beruhigung gar, ist am Ende in diesem kreativen Horrorszenario nicht in Sicht. Doch dafür unterhält die Dramatikerin Zeller bestens, und Bues versteht es, auch die Zwischentöne dieses doch sehr dichten Textes hervorzuheben.“

„Marie Bues hat Zellers böse Satire absolut einleuchtend inszeniert“, schreibt Cord Beintmann in der Stuttgarter Zeitung (21.3.2014). „Das prägnante Sprechen der drei überzeugenden Darsteller, teilweise bewusst technisch verzerrt, steht ganz im Vordergrund, diverse Körperaktionen haben dienende Funktion.“ Was Sinn mache, schließlich lebten Zeller Helden „in einer Gesellschaft, die das Kommunizieren (Facebook, Twitter und so weiter) geradezu anbetet.“

Trailer:

http://vimeo.com/89522563

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